1.) Pawel, erzähl’ uns etwas über Dich und Deine Funktion bei AIXhibit
Ich bin Webdesigner und -entwickler bei AIXhibit. Meine Hauptaufgaben fallen in folgende zwei Felder: Interaktions-Design und Frontend-Entwicklung.
(das ist mein Arbeitsplatz)
In unseren Webprojekten arbeite ich schwerpunktmäßig meistens in folgenden Entwicklungsphasen mit:
- Konzeptionierung
Ich stelle sicher, dass ein Projekt von vorne bis hinten gut durchdacht ist. Ich definiere Voraussetzungen und Ziele für das Projekt und entwickle im Anschluss Strategien, um die Ziele vollständig zu erreichen.
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- Informationsarchitektur
Inhalte sind der Hauptgrund, warum Menschen eine Website besuchen. Insofern ist es sehr wichtig, dass die Inhalte sinnvoll strukturiert und an die Konsumgewohnheiten der Internet-User angepasst werden. Ich stelle dafür Inhaltsstrukturen und Navigationbäume zusammen, z. B. in Form von Flowcharts.
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- Usability
“Die Usability ist die Summe aller Funktionen, die sich der Nutzer selber erschließen kann.” – diesen Merksatz sprach ein Interfacedesign-Professor in den Anfängen meines Designstudiums. Wenn eine Website nicht richtig benutzt werden kann, verfehlt sie leider ihr Ziel. Ich versuche bei meinen Projekten die Benutzbarkeit so früh wie möglich und so genau wie möglich zu planen und zu analysieren.
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- Visuelle Ideenfindung
In dieser Projektphase enstehen mit Hilfe von Stift, Papier, Flipchart und Whiteboard viele Skizzen. Sehr viele Skizzen. Aus gestalterischer Sicht ist dies die wichtigste Phase, weil hier Layouts in ihrer Schematik bereits sehr genau festgelegt werden können, aber ohne einen “Point of no Return” zu erreichen. Hier ist noch alles erlaubt und es darf gesponnen werden. Leider – oder zum Glück? — bekommen unsere Kunden aus dieser Phase wenig mit.

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- Entwurf des Screendesigns
Ist die Ideenfindung zu einem guten Ergebnis gekommen, wird es Zeit die Ideen in einem sauberen Entwurf auszuarbeiten. Dabei ist es aber wichtig, dass man immer den Geschmack der Website-Besucher und den Geschmack bzw. die Vorgaben des Kunden beachtet.
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- Entwicklung des Frontends
Nach der Abstimmung des Designs muss ein Web-Projekt auch fachmännisch umgesetzt werden. Hier arbeiten Front- und Backend-Entwickler gemeinsam am Quellcode. Ich konzentriere mich aufs Frontend; das ist der Teil der Website, der mit dem Seitenbesucher interagiert.
2.) Wie bist Du zum Webdesigner geworden?
Über Umwege. Wahrscheinlich so, wie alle Webdesigner :)
Das WWW habe ich sehr früh kennengelernt. Es muss ca. 1995 gewesen sein, über einen Compuserve-Zugang, der 10$ die Stunde gekostet hat. Mit Computern und Programmieren hatte ich ohnehin schon seit der Grundschule zu tun. Auch wenn damals die Inhalte im Netz sehr spärlich waren, war ich vom ersten Moment an von diesem Medium fasziniert. Ein jahr später hatte ich Stefan Münz’ Selfhtml auswendiggelernt und arbeitete mich in Grafiksoftware ein. Meine erste Website, für die ich ein echtes Honorar erhielt ging 1997 online.
Künstlerisch gesehen war ich nie besonders auffällig, habe aber gerne Comics gezeichnet und Graffitis gesprüht entworfen. Die meisten Kunstlehrer mochten mich nicht besonders, da ich einen Ruf als Querulant hatte.
Nach dem Abitur habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin aber nicht übers Grundstudium hinausgekommen. Ich will nicht sagen, dass es zu trocken, oder zu theoretisch war, denn es war schon sehr interessant und hat meine Denkprozesse geschult. Dennoch, war es einfach nicht der richtige Weg für mich.
Durch verschiedene Nebenjobs, meinem damaligen Hobby Fotografie und vielen Gesprächen mit vielen interessanten Menschen kam ich zum Entschluss, dass ein gestalterisches Studium für mich das Richtige ist. Nach einem Jahr Vorbereitung und diversen Eignungsprüfungen in verschiedenen deutschen Städten, erhielt ich einen Studienplatz im Fach Visuelle Kommunikation an der FH Aachen.
3.) Wie wird man Webdesigner? Designstudium an der Uni oder Ausbildung zum
Mediengestalter?
Ich denke, der Abschluss zweitrangig. Die Form der Ausbildung muss aber zur Person passen. Wenn man Spaß an wissenschaftlicher Arbeit und Experimentieren hat, wird einem das Studium mehr bieten können. Wer lieber schnell Ergebnisse sieht und nicht alles bis ins letzte Detail ergründen und analysieren möchte, ist in der Ausbildung besser aufgehoben.
Letztendlich sollte man auch beachten, dass es Mischformen wie z. B. das BA-Studium gibt.

4.) Welche Onlinetrends findest Du momentan besonders spannend?
Definitiv das mobile Web. Ich glaube, wir sind im Moment in einer Phase des Umschwungs. Die Endgeräte auf denen man Websites betrachtet, werden immer vielfältiger und auch kleiner. Das hat nicht nur zur Folge, dass man in Designfragen auf verschiedene Bildschirmgrößen und Interaktionsparadigmen (z. B. Mauszeiger vs. Touch) eingehen muss. Auch die Situationen und Szenarien, in denen Websites konsumiert werden, sind vielfältiger geworden. Ein Besucher des Bahn-Fahrplans kann z. B. entspannt zu Hause im Sessel sitzen; er kann aber auch genau so die selbe Website mit seinem Tablet-Computer von unterwegs aus und unter großem Zeitdruck aufrufen.
5.) Du arbeitest u. a. mit verschiedenen Content-Management-Systemen. Hast Du, aus Entwicklersicht, einen Favoriten?
Es ist an sich kein richtiges CMS, aber Wordpress finde ich sehr interessant. Es hat hier und da ein paar kleine technische Macken, aber die Größe und die Freundlichkeit der Community machen das wett. Die einfache Erweiterbarkeit, ohne tief in den Kern eingreifen zu müssen, sehe ich persönlich als einen der wichtigsten Vorzüge von Wordpress.