Als treuer Firefox-Nutzer der ersten Stunde gewöhnt man sich über die Jahre an einige Extensions und Add-Ons. Leider kommt es schon mal vor, dass die Entwickler von Add-Ons beschließen die Entwicklung einzustellen, sodass keine aktuellen Versionen der Erweiterung mehr zum Download angeboten werden.
Der Firefox-Browser hat einen Schutzmechanismus, der bei der Installation von Erweiterungen überprüft, ob das betreffende Add-On auch wirklich mit der aktuellen Version des Browsers kompatibel ist. Liegt auch nur der geringste Zweifel an der Komaptibilität vor, verweigert der Browser die Installation. Eine Schaltfläche mit der Aufschrift »Ich möchte aber mal trotzdem installieren und gucken was dann so passiert!« sucht man leider vergebens. Für den Großteil der Nutzer ist das auch ein sehr sinnvoller Schutz, der zur Stabilität und Sicherheit des Browsers beiträgt.
Heute gab es ein offizielles Firefox-Update auf Version 9 und natürlich findet dann wieder das große Bangen statt, ob denn alle installierten Erweiterungen weiterhin genutzt werden können. In meinem Fall gerät regelmäßig das Add-On Mouse Gestures Redox unter die Räder, da es offiziell nur bis Firefox 7 mitspielt.
Aber was tun, wenn man dennoch ein veraltetes Add-On nutzen will?
Einerseits gibt es die Möglichkeit dem Browser generell die Prüfung auf Kompatibilität zu verweigern. Das geschieht ganz bequem über die Erweiterung Disable Add-on Compatibility Checks. Dabei wird der Schutzmechanismus im Browser permanent abgeklemmt. Aus meiner Sicht keine ideale Lösung, weil man daran denken muss, den Schutzmechanismus hinterher wieder zu aktivieren und außerdem hat man keine gezielte Kontrolle über automatische Updates von Add-Ons.
Auf der anderen Seite kann man die Installationsdatei einer Erweiterung händisch preparieren und Firefox vorgaukeln, dass es sich dabei um eine aktuelle Version handelt. Man benötigt dafür lediglich ein Packprogramm, das ZIP lesen und packen kann (z. B. WinZIP oder WinRAR) sowie einen Texteditor (z. B. Notepad++). Dieses Verfahren ist deutlich aufwändiger als das oben genannte, aber es hat den Vorteil, dass es sich lediglich auf ein bestimmtes Add-On bezieht und man den Schutzmechanismus des Browsers nicht angreift.
Als erstes muss man sich das sog. XPI-Installationspaket des Add-Ons besorgen. Dazu begibt man sich auf das offizielle Portal mit Firefox-Erweiterungen.
Sobald man das gesuchte Add-On gefunden hat, erscheint ein grauer Button mit der Aufschrift »+ Zu Firefox hinzufügen«. Ein Rechtsklick auf diese Schaltfläche erlaubt uns jetzt per »Ziel speichern unter …« einen direkten Download des XPI-Pakets.
Anschließend verpasst man der gespeicherten XPI-Datei die Dateiendung .zip.
Nun öffnet man die neu entstandene ZIP-Datei und holt sich die Datei install.rdf heraus und schickt diese in einen Texteditor
Kenner werden schnell festellen, dass es sich hier um eine XML-Datei handelt. Wir suchen nun den Abschnitt <em:maxVersion> und stellen hier die aktuelle Version unseres Firefox-browsers ein (natürlich kann man hier auch direkt 9999 eintragen, wenn man möchte). In meinem Fall musste ich einfach die Zeichenkette von 7.* auf 9.* ändern.
Übrigens …
Noch bessere Kenner werden bemerken, dass es bei den meisten Add-Ons nicht nur maxVersion-Anweisungen für den Firefox gibt, sondern auch für andere Programme wie Thunderbird, Seamonkey oder Fennec. Das hat den Hintergrund, dass das XPI-Dateiformat auch von anderen Programmen genutzt wird um Erweiterungen auszuliefern. Die sogenannte <em:id> für den Firefox lautet jedenfalls immer ec8030f7-c20a-464f-9b0e-13a3a9e97384.
Durch gezielte Manipulation dieser Anweisungen kann man Erweiterungen, die ausschließlich für Thunderbird vorgesehen sind auch für Firefox oder Fennec freigeben und umgekehrt. (Den Sinn und Unsinn solcher Aktionen sollte man natürlich vorher gut abschätzen können!)
Aber nun zurück zum eigenlichen Vorhaben:
Die frisch modifizierte install.rdf kopiert man nun zurück in die selbst erstellte ZIP-Datei.
Im Anschluss muss nur noch die Dateiendung von .zip auf .xpi zurückgeändert werden und das Add-On-Paket ist zur Installation bereit.
Dazu zieht man die XPI-Datei einfach per Drag and Drop in den Browser und bestätigt die Sicherheitswarnung.
Fertig.
(Ich muss natürlich warnen, dass das hacken von XPI-Dateien auf eigene Gefahr passiert und ich weder für enstandene Schäden an Computern, an Software oder am Raum-Zeit-Kontinuum verantwortlich gemacht werden kann.)






Dieser ganze Aufwand ist ja schön und gut wenn man mal wissen möchte wie ein Addon so aufgebaut ist.
Es geht aber deutlich weniger aufwendig und schneller mit dem Addon Compatibility Reporter.
Dieses offizielle Addon von Mozilla erlaubt zum einen die Installation von eigentlich inkompatiblen Addons und zum anderen erweitert es den Addon Manager um eine Schaltfläche mit deren Hilfe man die Funktionsfähigkeit des eigentlich inkompatiblen Addons an den Entwickler melden kann. (kompatibel / nicht kompatibel)
Oder ist das vielleicht das selbe Addon was oben erwähnt wurde? Meiner Erinnerung zufolge kann ma die kompatibilittsprüfung mit dem ACR gezielt aktivieren oder deaktivieren
Nein, ACR ist tatsächlich das Nonplusultra, wenn man überhaupt nichts mehr über die Kompatibilität wissen möchte und einfach immer lauffähige Addons haben will.
Die hier beschriebene Methode richtet sich – wie du schon richtig gesehen hast – an Tüftler und Bastler, die ein bisschen mehr über den Aufbau von Addons erfahren möchten.